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📖 Description
Schriftstellerin *25.8.1962 Mymensingh Schande, 1993 Aufgrund ihrer religionskritischen und feministischen Schriften gehört Taslima Nasrin in ihrer Heimat Bangladesch zu den prominentesten und zugleich umstrittensten Persönlichkeiten. Weltweite Aufmerksamkeit erfuhr die Autorin, als islamische Fundamentalisten 1993 nach dem Erscheinen ihres Romans Scham zur Ermordung der Schriftstellerin aufriefen. Die Tochter eines Arztes veröffentlichte bereits mit 13 Jahren erste Gedichte. Trotz ihrer literarischen Neigungen absolvierte sie auf Drängen ihres Vaters ein Medizinstudium und arbeitete anschließend als Anästhesistin im Medical College von Dhaka. Ihre dortigen Erfahrungen mit Vergewaltigungsopfern und mit Frauen, die aufgrund der Geburt einer Tochter die Scheidung befürchteten, führten zum publizistischen Engagement der Autorin. In Zeitungsartikeln prangerte Nasrin die Rechtlosigkeit der Frau in der islamischen Männergesellschaft an. Nachdem die fundamentalistische Splittergruppe "Soldaten des Islam" nach Erscheinen ihres Romans Scham ein Todesurteil wegen "Blasphemie" gegen sie verhängt hatte, musste sich Nasrin versteckt halten. Auf Einladung des schwedischen PEN-Clubs und mit Hilfe der schwedischen Regierung ging sie 1994 ins Exil. Nach verschiedenen Stationen im Ausland (Stockholm, Berlin, New York) kehrte sie 1998 in ihr Heimatland zurück, wo sie sich erneut verstecken musste. Nasrin, die rund 20 Romane und Gedichtbände in Bengali sowie zahlreiche Essays schrieb, veröffentlichte 1996 eine Abhandlung über Frauen zwischen Religion und Emanzipation (Lied einer traurigen Nacht). In ihrer Lyrik verletzt die Autorin gezielt die von der Männerwelt diktierten Sprach- und Verhaltensnormen - insbesondere die sexuellen. Für ihr Werk und ihr politisches Engagement wurde Nasrin mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihr Ansehen bei der Kritik gründet sich weniger auf die literarische Qualität ihrer Prosa als vielmehr auf ihre Offenheit und politische Courage.