Die Fahndung nach Radovan Karadzic 1996 bis 2008 (German Edition)
Book Details
Author(s)Daniel Caduff
PublisherGRIN Verlag
ISBN / ASIN3640481801
ISBN-139783640481804
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MarketplaceUnited States 🇺🇸
Description
Mit der Bombardierung der damaligen serbischen Provinz Kosovo, setzten die westlichen alliier-ten Streitmächte unter der Führung der USA 1999 den Kriegen auf dem Staatsgebiet des ehemaligen Jugoslawien vordergründig ein Ende. Etwas, das bei vielen bewaffneten Konflikten eine Art „offizielles Ende" markiert, fehlte hier jedoch gänzlich: Die Entmachtung der unterlegenen Kriegsgegner, sowie ihre meist öffentlichkeitswirksam inszenierte Verurteilung, die nicht selten mit einem Todesurteil endet. Im ehemaligen Jugoslawien war alles anders: Der politische Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadžic, sowie sein militärischer Oberbefehlshaber Ratko Mladic konnten lange Zeit trotz angeblich intensiver polizeilicher und nachrichtendienstlicher Fahndung nicht ausgeliefert werden. Schon früh machten dagegen Gerüchte in internationalen Medien die Runde, denen zu Folge die beiden Hauptverdächtigen an den mutmasslichen Kriegsverbrechen bei den Belagerungen der Städte Sarajewo und Srebrenica weiterhin auf dem Gebiet von Serbien leben würden. Da lag die Schlussfolgerung nahe, dass beide wohl von ehemaligen politischen und / oder militärischen Weggefährten unterstützt und beschützt würden. Als Radovan Karadžic 2008 zu einem für viele Beobachter überraschenden Zeitpunkt doch noch verhaftet und an den ICTY ausgeliefert wurde, platzierte dieser eine Behauptung von ungeheu-rer politischer Sprengkraft: Die USA, genauer gesagt ihr Sondergesandter Richard Holbrooke, sollen Karadžic angeblich im Rahmen des Friedensabkommens von Dayton Straffreiheit zugesichert haben. Im Gegenzug dafür sollte sich Karadžic komplett aus der Politik und dem Militär zurückziehen und auch den Parteivorsitz abgeben. Gewiss: Die Aussage von Radovan Karadžic kann sehr schnell als simple Schutzbehauptung abgetan werden, mit der er darüber hinaus noch die moralische Reputation des ehemaligen Kriegsgegners schädigte. Slavica Vesic konnte zudem starke Verbindungen zwischen der militärischen und politischen Führung d
