Urs Widmer liest sein "Jahrhundertbuch" in der Neuübersetzung von Dagmar Ploetz. Er schreibt über das Buch: "Juan Rulfos kleiner Roman, eine Erzählung eher, spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Mexiko, unter dem diktatorischen Regime von Porfirio DÃaz. Pedro Páramo ist ein Grossgrundbesitzer in einem einsamen, von allen Göttern und jedem staatlichen Recht verlassenen Hochland Mexikos. Sosehr träumend, sosehr traumwandlerisch dieser Roman auch ist, sosehr ist er auch eine reale Beschreibung des Elends mexikanischer Bauern. Eine unbeschreibliche Armut, ein Tod bei lebendigem Leibe, kaum getröstet von einer Kirche, die entweder hilflos oder korrupt war. Pedro Páramo ist ein Buch, das ich mindestens viermal gelesen habe und trotzdem immer noch nicht "verstehe". Es hat ein Geheimnis, das mich über die Massen berührt und dem ich noch immer nicht ganz auf die Schliche gekommen bin."