Den Autoren ist gelungen, womit sich deutsche Lehrbuchautoren oft nach wie vor schwer tun: den Leser verst ndlich und spannend vom Einstieg in die Grundlagen bis an die vorderste Front der Forschung zu f hren. Ohne berfl ssigen Ballast vermitteln sie wissenschaftliche Erkenntnisse mehr erz hlend als erkl rend; und sie verwechseln didaktische Genauigkeit nicht mit berbordenden Fu noten und Zusatzerl uterungen im Kleingedruckten.
Besonders gelungen sind in diesem Zusammenhang die "K pfe und Ideen" genannten Exkurse, in denen ber hmte Neurowissenschaftler vorgestellt werden, darunter sechs Deutsche. Exemplarisch sei hier Michael V. L. Bennett erw hnt, der berichtet, wie er in seinem wissenschaftlichen Leben der Frage nach "Suppe" oder "Funken", also chemischer oder elektrischer Informations bertragung nachging, und der dabei die so genannten "gap junctions" entdeckte.
Wer sich mit klassischen Lehrb chern auskennt und wei , wie "gottgegeben" die Existenz und Funktionsweise solch komplexer Ph nomen in der Regel dargestellt werden, wird diese Art angewandter Wissenschaftshistorie zu sch tzen wissen. Diese Geschichten hinter den Forschungsergebnissen vermitteln etwas von dem Durchhalteverm gen, dem Wissensdurst und der Leidenschaft der Spitzenwissenschaftler - und deren feinem Sinn f r Humor. Diese Qualit ten finden sich denn auch in diesem hervorragenden Lehrbuch wieder. --Dr. Stefan Rusche, Literaturtest