Historische und politische Hintergründe der Quotendebatte auf dem SPD-Parteitag 1988 in Münster (German Edition)
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Book Details
Author(s)Wilhelm, Simone
ISBN / ASIN3838647092
ISBN-139783838647098
AvailabilityIn Stock
MarketplaceUnited States 🇺🇸
Description ▲
Magisterarbeit, die am 01.05.1999 erfolgreich an einer Universität in Deutschland im Fachbereich Philosophische Fakultät eingereicht wurde. Einleitung: Frauen, verlaßt euch nicht auf die Männer! Mit diesem sinngemäßen Aufruf August Bebels in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts sollten eigentlich die Arbeiter, für welche die Frau als Synonym stand, motiviert werden, gegen die Bourgeoisie zu kämpfen. Heute jedoch steht der Ausspruch als Synonym für den Kampf der Frauen um die Partizipation in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Warum aber sollte eine Partei, die schon seit ihrer Gründung vor mehr als 100 Jahren die Freiheit und Gleichheit auf ihre Fahnen geschrieben hatte, diese innerhalb ihrer Strukturen nur für ihre Brüder durchsetzen? Warum entwickelte sich die Gleichheit für die Frauen als besonderes Ziel? Den Frauen stand ein langer und kräftezehrender Weg bevor. Die Erkenntnis der strukturellen Ausgrenzung war der erste Schritt, den die Frauen aus dem Schatten ihrer männlichen Kollegen hinaustraten. Partizipation am politischen Prozeß war gefordert, und die Quote sollte diese endlich gewährleisten, da alle anderen politischen und gesellschaftlichen Mittel nicht gefruchtet hatten. Aus dem Kampfruf der Brüder wurde der Kampfaufruf der Frauen: "Schwestern zur Sonne zur Gleichheit!". In der Diskussion um die Quote während des Münsteraner Parteitages von 1988 zeigte sich, daß die Frage der gleichberechtigten Teilnahme von Männern und Frauen am innerparteilichen Willensbildungsprozeß der SPD unweigerlich mit strukturellen Problemen der Sozialdemokraten und ihrer Geschichte verbunden war. Diese Probleme, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Partei zogen, bestanden in der internen Auseinandersetzung um den Gleichheitsbegriff, der Entwicklung zur Volkspartei und der permanent bestehenden Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis sozialdemokratischer Politik. Die traditionelle Bindung zwischen sozialdemokratischer Partei und den G...