Die Mordserie in "CrÃÂmenes de Oxford" als katalysenumrankte Sequenz - Eine strukturalistische Analyse im Sinne Barthes (German Edition)
Book Details
Author(s)Michael Helten
PublisherGRIN Verlag
ISBN / ASIN3640553489
ISBN-139783640553488
MarketplaceIndia 🇮🇳
Description
In seinem rühmenden Vorwort zu Bioy Casares Roman „La invención de Morel" spricht sich Borges gegen Tendenzen in der Beurteilung von Literatur aus, die eine gute Handlung als Grundlage für einen Text in Prosa für überflüssig halten und gegen welche sich Bioy Casares seiner Meinung nach verweigert. Er argumentiert also gegen die Vertreter einer Sichtweise, welche den psychologischen Roman, also eine Romanform, die auf eine Handlung im Sinne einer Makrostruktur, die auch nach Abzug der Füllung mit handelnden Personen und diskursiven bzw. narrativen Elementen noch eine eigene Semiotik aufweist, weitestgehend verzichten kann, als solchen Genres überlegen erachtet, deren Handlung ein zentrales semiotisches Element darstellt. Diese Gegenüberstellung des psychologischen Romans mit anderen Prosaformen wie etwa Abenteuererzählungen und wie eben „La invención de Morel" oder auch Volksmärchen, wie sie von Wladimir Propp, einem der wichtigsten Vertreter des frühen russischen Strukturalismus, untersucht wurden, findet sich in der systematischen Herangehensweise an die Semiotik von Erzählungen in Barthes renommiertem Aufsatz „Einführung in die strukturale Analyse von Erzählungen" bestätigt, in welchem diese beiden Formen des Texts in Prosa als opponierende Extreme der Makrostruktur von Erzählungen auf einer Skala von „hochgradig funktionell" (Volksmärchen) bis „hochgradig indiziell" (psychologischer Roman) ausgemacht werden. Zwischen diesen beiden Polen liegen laut Barthes „eine ganze Reihe von Zwischenformen" (Barthes 112). Ziel dieser Arbeit soll es nun sein, einen zeitgenössischen Roman, „Los CrÃÂmenes de Oxford" des argentinischen Mathematikers und Schriftstellers Guillermo MartÃÂnez, auf seine Position zwischen diesen beiden Polen hin zu untersuchen. Das Bestreben soll also sein, das Werk dahingehend zu analysieren, ob sich über die Handlung der Erzählung des vorliegenden Romans selbst sagen lässt, dass ihre Form ihre eigene, von narrativen Elementen unabhängige Semiotik b

