Mami Wata. Die afrikanische Loreley.: Eine Annäherung an die traditionelle Religion Westafrikas (German Edition)
Book Details
Author(s)Philipp Schiemann
ISBN / ASINB00Q7PI1JE
ISBN-13978B00Q7PI1J0
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MarketplaceUnited States 🇺🇸
Description
Mit dem Label „Mami Wata“ (Pidgin-Englisch für „Mutter Wasser“) wird in vielen Teilen Afrikas eine höchst komplexe Welt von Wassergeistern und -göttern bezeichnet. Obwohl man Mami Wata meist als hellhäutige, schwarzhaarige Meerjungfrau gemeinsam mit einer Python darstellt, ist sie keine Gottheit oder Gestalt, die festgeschriebene Formen und Eigenschaften hat – ihr Hauptmerkmal ist das exakte Gegenteil. Mami Wata, der die Bezeichnung „Seele des Wassers“ vielleicht noch am ehesten gerecht wird, verändert ebenso wie ihr Element ständig die Form, taucht an vielen Stellen gleichzeitig auf und weigert sich standhaft, menschlichen Fixierungswünschen zu entsprechen. In Afrika wird Mami Wata verehrt, gehasst, geliebt, gefürchtet. Sie lässt niemanden kalt. Selbst jene, die sie dämonisieren, drücken auf diesem Wege Respekt aus, räumen ihr einen ihrer Bedeutung gemäßen Rang ein. Bei unserer Geburt und unserem Tod, so heißt es, steht sie an der Pforte, um den Übergang zu erleichtern. In der Zeitspanne dazwischen zeigt sie sich, für alle Menschen spürbar, im Wirken der Naturgewalten und individuell vor allem im Leben jener, die vom Zeitpunkt ihrer Geburt an eine schicksalhafte Verknüpfung mit ihr haben. Man widmet ihr aus den unterschiedlichsten Motiven Altäre, Schreine, Kulte, man opfert ihr mit Parfüm, Puder und Luxusartikeln – und die Zahl derer, denen Mami Wata im Schlaf oder in Visionen erscheint, wächst kontinuierlich. Inspiriert von der intensiven Kreativität der Altäre, Kultfiguren und Glaubensgemeinschaften rund um Mami Wata hat sich der deutsche Autor Philipp Schiemann aufgemacht, mit Hilfe von Interviews, Recherchen und Besuchen in Ghana, Togo und Benin einige der unglaublichsten Geschichten aufzuschreiben, die man im deutschen Sprachraum bisher über die traditionelle Religion Westafrikas gehört hat. Der maßgebliche Unterschied zum klassischen Sachbuch ist, dass Schiemann sich dem Thema nicht wissenschaftlich, sondern künstlerisch angenähert hat. „Mein Antrieb erwuchs zunächst aus der Begeisterung angesichts der gesehenen Figuren und Altäre, später aber vor allem aus der Offenbarung, dass der hier behandelte Bereich traditioneller afrikanischer Religion elementar von einer ungeheuren, hochgradig beeindruckenden Kreativität durchwirkt ist. Hier zeigt sich ein gewaltiges, an westlichen Verhältnissen gemessen gänzlich unverbildetes, undressiertes und ungezähmtes Kreativpotential, das sich auf äußerst komplexe wie interessante Weise in permanenter Auseinandersetzung mit allen Problemen menschlichen Seins befindet und sich aus ebendiesem Spannungsfeld heraus in Göttern, Geistern, übersinnlichen Kräften und Methoden des Umgangs mit ihnen artikuliert.“ (Umfang: circa 80.800 Wörter/Keine Abbildungen)
